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Ich bin Julia mit 19 Jahren die Jüngste von drei Kindern. Vor ca. 3 ½ Jahren erzählte mir mein Vater von sich. Unsere Familie durchlief einen Veränderungsprozess, der meiner Meinung bei jeder Trennung notwendig ist. Für mich spielt es dabei keine Rolle, dass mein Vater schwul ist. Dennoch macht jedem Kind die Trennung der eigenen Eltern zu schaffen. Egal, ob es an einem Streit liegt, wegen einer neuen Liebe ist oder wie in meinem Fall: der Vater schwul ist. Für Kinder bilden die Eltern einen zusammengehörenden Teil, der hierbei auseinander bricht. Man fühlt sich zwischen beiden hin und her gerissen, versucht alles (Liebe, Zeit, Geschenke) gleichmäßig zu verteilen, damit sich nicht einer der beiden weniger geliebt fühlt. Dass mein Vater schwul ist, ist für mich ganz normal. Es gehört zu ihm und macht seine Werte aus. Damit ist er aber nicht schlechter oder besser als andere. Jetzt im Nachhinein merkt man, dass er sein wahres "Ich" all die Jahre hinter einer Fassade versteckt hat. Grundsätzlich kann man jetzt viel offener mit ihm reden, früher wirkte er in sich gekehrt. Auch Freunden gegenüber gehe ich offen mit dem Thema um. Bisher habe ich damit auch keine negativen Erfahrungen gemacht. Zum Glück leben wir heute in einer viel offeneren und toleranteren Gesellschaft. |