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Mein ganz besonderer Geburtstag Natürlich war ich aufgeregt. Schließlich würden heute abend zu meinem 50. Geburtstag zum ersten Mal meine schwulen Freunde mit den Heterofreunden zusammentreffen. Außerdem war ich noch nicht bei allen geoutet. Warum müssen wir überhaupt sagen, daß wir schwul sind ? Mein Vater wollte nicht kommen, was er mir durch meine Schwester sagen ließ. Darüber war ich verärgert. Erleichtert hingegen war ich über die Absage meiner Frau. Und so wurde ich kurz vor dem Beginn der Party ruhiger. Ganz egal, es wird schon werden. Jetzt mußte erst mal die Musikanlage aufgebaut werden. Den Anfang der Gäste machte die Familie aus Ostfriesland und nach und nach kamen dann auch die anderen Freunde und Bekannte. Schließlich kamen die ersten schwulen Freunde und ich sah, wie sich teilweise die Neugierde breit machte oder fragende Blicke auftauchten. Wie würde diese Party nur laufen ? Dieses ständige warten ! Endlich konnte ich das Buffet eröffnen und setzte mich zum ersten Mal hin. Auf die Bemerkung, das dieses hier ja eine bunte Truppe wäre, antwortete ich nur, diese gehöre nun zu meinem Leben. Aber als die Freundin eines guten Freundes ganz direkt fragte, ob ich schwul wäre, da stockte mir doch der Atem ! Ich hatte es damals erzählt, aber da gehörte sie noch nicht zu diesem Freund. Und er ? Er schien es all die Jahre nicht wahr haben zu wollen. Würde ich ihn heute verlieren ? Ich wurde unsicher. Die Musik begann und ich entschied mich, den ersten Tanz mit meiner ehemaligen Vermieterin zu begehen. Sie ist 80 Jahre alt und so was von taff. Eine tolle Frau. Norbert, mein Freund, tanzt nicht gerne und somit gehörte dieser Tanz der Ältesten unter meinen Gästen. Die Musik war etwas lahm und es schien keine Stimmung aufzukommen, aber ich wurde zusehends gelöster. "Hier sind genug Leute, die für Stimmung sorgen werden", dachte ich. Und so kam es auch. Während die einen tanzten, versuchte ich mit möglichst vielen Gästen zu sprechen. Es waren ganz normale Gespräche und das Interresse an meinen schwulen Freunden (und wer ist das ?) war doch nett ! Und im Hintergrund spürte ich immer meinen Norbert, der sich um all diejenigen kümmerte, zu denen ich nicht kam. Komisch : Wir waren den ganzen Abend nicht zusammen und doch ...waren wir es irgendwie. Um 04:30 war dann die Party zu Ende und meine Schwester sagte noch einmal, wie toll doch meine Freundestruppe wäre. Ich war zufrieden, zumal auch mein Hetenfreund endlich mein Schwulsein akzeptierte. |