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Kennen Sie einen Mann, der schwul ist und Vater von drei Kindern?
Nein?
Unvorstellbar?
Es gibt jedoch viele schwule Väter in unserer Gesellschaft, und sie sind zahlreicher, als gemeinhin angenommen wird.
Was weiß man über sie? Meistens nur soviel, dass man am liebsten nicht in ihrer Haut stecken möchte.
Die heimliche Sehnsucht nach einem anderen Mann, die die meisten Schwulen während ihrer Pubertät erleben, kommt bei anderen Männern oftmals erst in einen späteren Lebensabschnitt zum Tragen. Soll es dann zu spät sein für ein neues Leben? Was geschieht mit einer Familie, wenn der Vater sich einem anderen Mann zuwendet? Wie verhält sich das soziale Umfeld? Was geschieht in einer Ehe, wenn der Mann nach zehn Jahren heterosexueller Partnerschaft erkennt, daß es in seinem Leben andere sexuelle Wünsche gibt? Die Angst ist natürlich groß, nach dem Outing von der eigenen Partnerin verstoßen oder von den Kindern nicht mehr in der bisher gelebten Vaterrolle akzeptiert zu werden.
"Sag ich`s meinen Kindern?" oder "Wie sag ich es meinen Kindern?": Das sind Fragen, die mit Hilfe der Erfahrung der Gruppenmitglieder erörtert werden. Die Gruppe vermeidet jeden Entscheidungszwang.
Sie ist in erster Linie ein sensibles Forum, das schwulen Vätern die Möglichkeit bietet,
ihre Probleme, Sehnsüchte und Wünsche zu artikulieren,
um damit Realitäten zu schaffen. Auch für die eigene Akzeptanz.
Mit diesen Themen beschäftigt sich die Gruppe "Schwule Väter
und Ehemänner" im " Rat und Tat-Zentrum" in Bremen nun schon seit vielen Jahren.
1992 wurde die Gruppe von Wolfgang Peinelt an Wolfgang Linge übergeben.
Sie bestand zu diesem Zeitpunkt schon seit 10 Jahren, war jedoch noch relativ klein geblieben.
Zeitweise bestand sie nur aus 1 bis 2 Personen. Aber eine kontinuierliche Arbeit zahlte sich
letztlich für alle Beteiligten aus, und die Gruppe wurde immer größer.
Im Jahre 2000 gründeten wir noch eine zweite Gruppe in Achim, 2005 eine weitere Gruppe
in Loxstedt-Stotel und 2006 in Oldenburg. Das Zustandekommen dieser Gruppen zeigt deutlich,
daß trotz einer liberalen Haltung unserer Gesellschaft gegenüber den Homosexuellen
immer noch ein großes Bedürfnis nach geistigem und emotionalem Austausch mit
anderen schwulen Vätern besteht.
Interessierte sind herzlich willkommen
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