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Die Geschichte einer Formationstanzgruppe Im Dezember des Jahres kamen Freunde der “Vätergruppe” zusammen, um ein wenig u plaudern und zu feiern. Bald kam man auf das Thema „Tanzen“ und einer der Väter hatte die Idee einer Formationstanzgruppe. Alle waren begeistert und schon war die Idee geboren. Allein die Umsetzung fehlte noch. Aber schon schnell wurde folgendes Mail an den Club der Rosa Tanzenden e.V. geschrieben:
Hallo, Ich bin im Vorstand der Gruppe "Schwule Väter, Ehemänner und Freunde" und hatte letzten Sonntag mit einigen Freunden aus dieser Gruppe ein privates Treffen. Als dort jemand vorschlug, eine reine Männer-Formationsgruppe zu bilden, hoben sich sofort 10 Männerarme. (Wir hatten sogar als Trainingstermin bereits den vierten Dienstag im Monat festgelegt, Ihr seht also, daß wir es ernst meinen) . Ich würde gerne dieses Thema weiterverfolgen und "Nägel mit Köpfen" machen. Also frage ich Euch : Könnt Ihr Euch vorstellen, einen solchen Kurs anzubieten und welche Voraussetzungen müssen wir hierfür erfüllen ? (Kosten, Mindestteilnehmerzahl, Trainingstermine,…). Ich werde nach einem ersten positiven Echo von Euch parallel alle Mitglieder aus unserer Gruppe fragen und ernstgemeinte Anmeldungen aufnehmen. Natürlich haben wir hier keine Einwände gegen weitere Männer, die nicht aus unserer Gruppe stammen, aber trotzdem Formationstanz lernen möchten. Ich freue mich auf Eure Antwort Olaf
Schnell kam eine Antwort…
Hallo Olaf, vielen Dank für Eure Anfrage, ich werde sie an Trainer und Vorstand weiterleiten und mich wieder melden, wenn wir Gelegenheit hatten, darüber zu sprechen. Es wäre noch gut zu wissen, ob Ihr Euch für Standard oder Latein interessiert. Schönen Gruß Lisa
…und mit ihr die ersten Probleme :
Hallo Lisa, Oh ! Darüber haben wir nun nicht gesprochen, aber ich werde die Frage weiterleiten. Ich schätze mal, wir werden ins lateinische gehen, möchte aber nicht vorweggreifen. Meine Frage nach einer ernstgemeinten Teilnahme und der gewünschten Tanzform habe ich soeben rausgeschickt und bekomme bis zum 14.01.08 die Antworten. Ich verabschiede mich jetzt in den Urlaub und komme zum genannten Zeitpunkt erst wieder. Vielleicht habt Ihr dann auch schon genaue Vorstellungen und wir einigen uns auf einen erfolgreichen Kurs. Liebe Grüße Olaf
Danach ging der Informationsaustausch und die Arbeit erst richtig los. Es wurden Trainer gesucht, es wurden Gebühren vereinbart, es fehlten Räumlichkeiten, es wollten zusätzliche Väter mitmachen und andere sprangen wieder ab. Am 05.02.08 kam es dann zu einem ersten Treffen, in dem die grundsätzlichen Formalitäten abgesprochen wurden. Aber noch immer war kein Trainingsraum gefunden. Trotz großer Anstrengungen aller Beteiligten schien hier keine Lösung in Sicht. Dann hatten zwei „Strippenzieher“ auch Krankenhausaufenthalte und die ganze Sache schien einzuschlafen.
Erst Ende Mai kam wieder Bewegung in das Projekt. Es war eine Trainerin gefunden und auch eine Übergangsräumlichkeit schien in Aussicht. Schnell kam ein erster Kontakt mit der Trainerin zu Stande und das erste offizielle Treffen der Gruppe wurde auf den 24.06.2008 festgelegt.
Da standen wir nun: 9 Männer (einer war verhindert) und eine Frau. Wir hatten die Tanzschuhe an und wir waren bereit. Aber so schnell wird nicht getanzt. Jede Menge Abstimmungsbedarf musste abgearbeitet werden. Wir hörten uns diverse Musikzusammenschnitte an, sprachen über Standard und Latein, sprachen über Tanzdauer, Lernmethoden, Motivation, Zeiten, Orte, Bildern, Einmärsche, alte Zeiten. Details musste festgelegt werden und Vorlieben geklärt werden. Die Zeit verflog und wollten wir ohne einen einzigen Tanzschritt wieder auseinander gehen, da kam die Frage nach einem Gruppennamen auf. Vorschläge wurden gemacht, man dachte kreativ nach und kam schließlich … auf keinen Namen. Aber der kommt noch!
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Erstes Tanztraining. Vor dem Training habe ich mit Willi einen potenziellen Raum für unsere Gruppe angesehen. Wir werden noch diese Woche erfahren, ob wir ihn bekommen. Und Willi bekam leuchtende Augen, als er erfuhr, daß der Raum auch an anderen Tagen wenig genutzt wird. Wir drücken die Daumen !
Danach sind wir zum derzeitigen Raum gefahren und bekamen eine Einweisung über Alarmanlage, Licht und Musik. Das war alles sehr einfach und selbst ich verstand den Ablauf. Langsam sammelte sich die Gruppe und wir gingen in den Raum. Würde die Vorgruppe rechtzeitig verschwinden, bevor wir mit dem Tanzen anfingen ? Wir wollten doch nicht die ersten Schritte vor Publikum absolvieren. Aber manche bleiben einfach sitzen und Silvia rief uns zu sich und fing einfach an.
Theorie, Theorie,…Man merkte, daß wir uns endlich bewegen wollten. Manche machten schon die Tanzschritte einfach nach, bevor wir dazu aufgefordert wurden. Andere wippten unruhig auf und ab, hin und her. Nervöse Witze sollten uns beruhigen, aber da war nur Fassade. Wir standen nach Größe sortiert in einer Reihe und ich war nunmehr nicht mit Stephan zusammen. Imaginäre Tanzpartner kamen noch dazwischen, denn uns fehlte ja immer noch ein Paar. Schließlich kam der Einsatz und wir vollführten unsere ersten Tanzschritte auf heiligem Boden. Spannung - Konzentration - schließlich das Ende : Und wir standen doch tatsächlich alle in einer Reihe ! Aufatmen - glücklich sein.
So ging es also weiter und es wurden weitere Schritte geübt, weitere Variationen ausprobiert und Schrittfolgen modifiziert. Wir hatten gute Einsätze und wir fluchten, wenn es mal nicht so klappte. Aber wir verloren nie die gute Laune. Schließlich kam der erste Einsatz mit Musik und noch einmal verstärkte sich meine Konzentration. Unbeschreiblich sind die Gefühle, wenn man an all die neuen Abfolgen denken muß, sich auf seine jeweiligen Partner konzentrieren muß, sich trennt und wieder zusammenwächst, um mit Hilfe der Musik, des Rhythmus und der Melodie, wieder zusammen in einer Reihe zum Stehen zu kommen. Glück pur ! Die Endorphine strömten mit voller Wucht in meinen Körper und ich…mußte erstmal was trinken.
Die 1,5 Stunden vergingen wie im Fluge und schließlich kamen wir zusammen, um nun unseren Gruppennamen zu bestimmen. Vorschläge wurden gemacht und es wurde beraten, was am besten zu usn passen würde. Wir stimmten für den Namen "Bre men's Formation" und stießen mit einem Schluck Sekt darauf an. Glücklich gingen wir nach Hause, nicht ohne vorher die Lichter zu löschen und die Türen richtig zu verschließen.
PS: Am nächsten Tag wurde ich angerufen, daß ich die Alarmanlage doch nicht richtig aktiviert hatte…Technik !
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Training Nummer zwei.
Seit dem letzten Training waren jetzt einige Wochen vergangen, weil die Urlaubszeit dazwischen kam. Nun schreiben wir den 12.08. und alle Tanzbegeisterten versammeln sich wieder in der Kantine 5. Die Anmietung des neuen Raumes hat leider nicht geklappt, weil er einfach zu teuer wäre. Also sind wir weiterhin auf der Suche, um nicht ab Januar auf der Strasse tanzen zu müssen. *schnüff
Mittlerweile sind wir 11 Männer, wobei ein Mann sein Kommen zugesagt hatte, aber es wohl nicht geschafft hat. Somit könnte man von einer Vollständigkeit sprechen. Wir wollen allerdings auch gerne Ersatzpaare haben, weil immer mal jemand ausfallen kann. Also werben wir weiterhin.
Silvia überrascht uns gleich zu Anfang mit einer neuen Drehung nach dem Tscha. Die gefällt mir auf den ersten Blick auch besser. Sie ist mehr auf die jeweilige Tanzrichtung ausgerichtet und somit nicht rund (wie eben eine Drehung nicht rund sein kann…), und damit schwungvoller. Ich bin nach dem ersten Üben begeistert. Leider hat Silvia auch beim nächsten Stepp (entschuldigt meine laienhaften Ausdrücke, aber ich bin noch nicht soweit) die Drehung modifiziert. Wir haben jetzt eine 1;2 Drehung und danach einen schrecklichen Rückwärtsschritt, der manchem von uns die Tränen in die Augen treibt. Ständig hört man ein „Aua“, weil wieder Füße platt gemacht wurden.
Nachdem wir den ersten Part fertig haben, kommt der zweite Part spiegelverkehrt dran. Wehe, ich höre hier jemanden sagen, dass wäre doch einfach, weil es die gleichen Schrittfolgen sind! Nein, wir waren teilweise am verzweifeln. Wir stießen gegeneinander, überrannten uns, drehten wilde Pirouetten. Silvia hatte sichtlich Mühe, uns zu bändigen und schaffte es nur durch eine ihrer hervorragenden Lobesreden. Wir beruhigten uns, fingen von vorne an, wiederholten mit Musik, konzentrierten uns ein letztes Mal, und schafften es! Fertig. Und wie ich mich so drehe und über die Tanzfläche sehe, erkenne ich die Distanz, die wir bereits zurückgelegt haben. Soviel haben wir also schon geschafft und nun fehlen nur noch drei Tanzschritte und der Einmarsch ist komplett.
Fortsetzung folgt.
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