Kohlfahrt der schwulen Väter

An diesem 23. Februar war es wieder so weit: Die schwule Vätergruppe ging wieder auf Kohl- und Pinkeltour. Dieses Mal sollte alles anders werden keine spießiges Landgasthaus mit Kinderlärm im Charme der Siebziger, keine anstrengender Fußmarsch mit Führung durch zugige Stadtfluchten, die die Beine strapazieren. Wir wollten zeigen, was in uns steckt und dabei das Tanzbein schwingen. Im Schützenhallen ähnlichen Cafe des Kuhhirten dominiert von Styropor-Ästhetik und weißen Wolkenstores fühlten wir uns gleich zu Hause. Während DJ Mike mit deutschen Schlagern einheizte und zwei weitere Gruppen eintrudelten, waren wir schon beim Nachtisch angelangt. Mike erkannte schnell, dass wir heiß aufs Tanzen waren und drehte bald die Musik auf. Nun gab es kein Halten mehr: Helmut schwebte wie eine Elfe über das Parkett und auch die übrigen von uns ließen bei den restlichen Gästen keinen Zweifel aufkommen, mit wem sie den Rest des Abends auf der Tanzfläche verbringen würden. So traute sich auch ein Lesbenpärchen aus einer der anderen Gruppen auf die Tanzfläche und auch einige andere Männer entdeckten ihre Schwäche für das gleiche Geschlecht, so dass sich manche Partnerin zum Eingreifen veranlasst sah.

Ein Opfer hatten wir jedoch zu beklagen, J. erlebte das Essen nicht mehr!.Auch Spiel und Spaß unterwegs -Flechtübungen, Durchfädel-Wettkampf mit Kochlöffeln an Bändern und Nudelstößchen mit Spagetti und Makkaroni konnten nicht verhindern, dass er zu sehr dem Alkohol zusprach. Trotzdem- seine kommunikative Art auf vorbeikommende Gruppen zuzugehen hat uns nachhaltig amüsiert. Während J. und M. dafür sorgten, dass er im Taxi sicher nach Hause kam, ließ sich der Rest in keinster Weise die Laune verderben.

Da Mike ein sicheres Gespür für unseren Musikgeschmack zu erkennen gab, hielten die meisten von uns lange durch - abgesehen von W. , den es schon nach dem Essen zum Aufbruch drängte. Es war ein toller Abend, der uns allen viel Spaß bereitet hat.

Thomas