Theater in Bremerhaven am 12.11.2006

Vier Väter und Freunde waren meinem Aufruf gefolgt, im neugestalteten Kleinen Haus im Stadttheater Bremerhaven ein Schauspiel anzusehen: Nach einem gemütlichen Kaffeeklatsch bei Stefan stand "Dossier: Ronald Akkerman" von Suzanne van Lohuizen auf dem Programm. Heike Eulitz und Marcus Staab-Poncet spielten eine Krankenschwester und einen AIDS-Toten (!), der fiktiv noch einmal zu seiner Pflegerin zurückkommt. Gemeinsam öffnen sie noch einmal das „Dossier: Ronald Akkerman“…

In diesem Drama wird die Geschichte vom langsamen Sterben des Aidskranken und zugleich die Annäherung zweier ganz unterschiedlicher Personen erzählt. Der Patient leidet natürlich unter dem Verlust seiner Eigenständigkeit und versucht, sich seine Würde zu bewahren. Sehr eindrucksvoll fanden wir die Darstellung der Schwester, die mit seinen zynischen Angriffen und seiner wütenden Verzweiflung fertig werden muss und versucht, ihnen mit professioneller Distanziertheit zu begegnen. Dies gelingt nur vordergründig: sie schafft es nicht, Gedanken an ihn aus ihrem Privatleben heraus zu halten. Sie kann auch nicht vergessen, dass sie in ihrer Hilflosigkeit und Angst es nicht schaffte, ihm seinen letzten Wunsch zu erfüllen, nämlich bei ihm zu sein, als er starb.

Ergriffen verließen wir den Saal und tauschten im Theatercafé noch eine Weile unsere Eindrücke aus.